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HipHop Academy Hamburg
Die HipHop Academy in Hamburg bietet seit 2007 ein kostenloses Trainingsprogramm in allen relevanten Sparten der HipHop Kultur: Breakdance, Graffiti, DJing, Rap, Beatbox, Producing und NuStyle-Dance. Alle HipHopper aus ganz Hamburg können jederzeit in die Kurse einsteigen und lernen so ihre Talente auszubauen.
Beim Sommercamp kann man vier Wochen mit Trainern, die ein hohes Ansehen in der HipHop Szene genießen und als Virtuosen in ihrer Disziplin gelten, an einem Intensivtraining teizunehmen.
Dieses Jahr sind als Trainer zum Beispiel dabei: Mirko Machine, Sleepwalker, L.O.S., Sönke Reich, Tony Winchester Sarpong, Storm, Alberto the Musicbox, Spax Rap, B-Boy Metroo, Beat Boy Delles, Tasek, Davis.
Am Ende der vier Wochen wird auf der Bühne gezeigt, was die HipHopper gelernt haben. Es werden zwei Bühnenshows entwickelt, welche die gesamte Vielfalt der HipHop Kultur zeigen.
Wir haben kurz vor ihrem Auftritt mit Andy, Can und Franklyn über ihre Erfahrungen beim Sommercamp 2009 gesprochen.
„HipHop ist eine Leidenschaft“
Interview mit Andy Dorawa (18), Can Gülec (20) und Franklyn Kakyire (20) von der Masterclass des Sommercamps 2009 der HipHop Akademy
JUKRAUT: Wie bist du zum HipHop gekommen?
Franklyn: Ich war sieben Jahre alt und ich wurde von meinem Bruder, der auch schon in der HipHop-Szene war, beeinflusst. So wurde mein Interesse an HipHop geweckt. Ich hab' aber gemerkt, dass nur HipHop zu hören nicht so mein Ding ist, sondern sich zur Musik zu bewegen, das wäre was für mich. Ich bin dann so mit 13,14 in eine Kinderdiskothek und habe da meine ersten Moves ausprobiert.
Andy: Ich war in einer Company drin und da habe ich Jazz, Ballett, Salsa und auch Musical-Sachen gemacht, aber ich hab' gemerkt, dass mir immer was gefehlt hat und dann hab' ich mit HipHop angefangen und da war ich so fasziniert, dass ich dabei geblieben bin.
Can: Ich bin wie Franklyn in eine Kinderdisko gegangen . Aber ich bin eher ins kalte Wasser gesprungen, da ich keine älteren Geschwister hatte, durch die ich mit HipHop in Verbindung gekommen bin. Durch Franklyn und andere Kollegen habe ich dann gelernt, mich zu bewegen und danach kam jemand zu mir und hat gesagt: Hey Can, hast du nicht Lust, so richtig zu tanzen mit Choreographie und so?
JUKRAUT: Was bedeutet HipHop für dich?
Franklyn: HipHop bedeutet für mich so was wie eine Familie. HipHop bin nicht ich allein, ist nicht Can, oder XY alleine, HipHop sind wir alle zusammen. Wenn wir auf der Bühne stehen und unsere Tanzszenen präsentierendann merken die Leute im Publikum, , dass HipHop nicht nur Tanz, sondern eine Leidenschaft ist. Und so verändern wir etwas bei den Menschen.
Andy: Ich finds schwer, HipHop mit nur einem Satz zu definieren, aber ich sag mal so: HipHop ist ein Lebensinhalt, das macht mich glücklich. Und die Gemeinschaft ist auch sehr wichtig.
Can: Für mich ist HipHop in der Hinsicht wichtig, dass ich etwas ausdrücken kann und dass ich diesen Ausdruck anderen Menschen vermitteln kann. Ich stimme auch Franklyn zu, der gesagt hat, dass HipHop ein Gemeinschaftgefühl ist. Man geht zum Beispiel in Frankreich zum Battle, da sind Leute aus der ganzen Welt, die tanzen HipHop mit dir in einem Kreis und man braucht gar nicht die Sprachen zu kennen, man braucht nur HipHop zu kennen und man verständigt sich. Man benötigt keine Sprache, nur Tanz, das ist HipHop für mich.
JUKRAUT: Was war das schönste Erlebnis in den letzten vier Wochen?
Can: Besonders schön für mich war, als RoboZacharas zu uns ins Sommercamp gekommen ist. RoboZacharas ist ein richtig guter B-Boying-Tänzer und es war eine tolle Erfahrung, ihn näher kennenzulernen.
Andy: Ja, da kann ich mich nur anschließen.
Franklyn: Und ich war sehr froh, als der ganze Durchlauf bei der Generalprobe geklappt hat.
JUKRAUT: Was war das Anstrengendste in den letzten vier Wochen?
Andy: Das Durchhaltevermögen, weil man muss echt die ganzen vier Wochen Training durchhalten und auch flexibel bleiben, wenn sich etwas ändert.
Can: Ja, der Choreograph Samir Akika der ist auch, ich sag immer gerne, der ist krank, also ich meine im positiven Sinn, weil der sieht irgendwas und das muss er sofort ändern. Das heißt man muss sich echt anpassen, aber er holt immer noch was Besseres aus der Sache heraus.
JUKRAUT: Wie war die Atmosphäre in der Gruppe? Gab es Probleme aufgrund von Konkurrenz?
Franklyn:. Ne, Probleme würd ich die Dinge jetzt nicht nennen, aber es waren Leute in der Gruppe, mit denen ich vorher noch nie etwas zu tun hatte und das war ein wenig schwierig. Weil ich die Leute überhaupt nicht kannte. Aber das hat sich dann gelegt.
Andy: Ich würde nicht von Konkurrenz sprechen, aber wenn man im Stress ist und Angst hat, dass das Stück nicht fertig wird und wenn dann jemand zu spät kommt und ganz locker in den Tanzsaal geht, dann wird man noch gestresster und hebt manchmal den Ton.Aber das war das Einzige, also es gab keine größeren Konflikte.
Can: Ja ich denke es gab Unstimmigkeiten, aber keine Konkurrenzkämpfe.
JUKRAUT: Was sind eure weiteren Pläne in Bezug auf HipHop? Was sind eure Träume?
Franklyn: Ich möchte viel herumkommen, viele Länder sehen und viele nette Leute kennenlernen und natürlich an vielen Meisterschaften teilnehmen..
Andy: Bei mir ist es so: Träume hat man immer, aber ich will mich da nicht so festlegen. Hauptsache ich kann das machen, was ich möchte.
Can: Also ich würde auch gerne wie Franklyn rauskommen, ein paar neue Leute sehen und ich möchte, dass die Leute mal sagen: Can hat in Hamburg schon was bewegt. . Das ist mein Traum. Aber bis dahin ist es noch ein langer Weg und das weiß ich.
JUKRAUT: Welchen Vorurteilen gegenüber HipHop seid ihr begegnet und wie seid ihr damit umgegangen?
Andy: Dass die HipHopper immer frauenfeindlich sind, stimmt gar nicht. Ich bin hier mit den zwei Jungs ständig unterwegs und auch mit anderen HipHoppern, da kann ich sicher sagen, dass niemand frauenfeindlich ist. Es kommt halt vor in Videoclips, dass da Frauen halb nackt tanzen, ok, das gibt es, aber HipHopper sind gar nicht frech oder diskriminieren Frauen.
Das ist Schwachsinn.
Can: Oder dass HipHopper schmuddelig sind, ist ein Vorurteil. Also wenn ich in der Bahn sitze kommt es mal vor, dass sich jemand wegsetzt, aber wenn ich mit den Leuten spreche, kann ich mit reinem Gewissen sagen, dass die Vorurteile bei denen ganz schnell weg sind. HipHopper haben auch Abitur, das gibt es auch und das wollte ich der Welt übrigens auch noch einmal sagen.
Franklyn: Es gibt auch noch das Vorurteil, dass HipHopper kiffen und härtere Drogen nehmen, aber dazu kann ich sagen, dass das nicht so an der HipHopSzene liegt, sondern eher ein allgemeines Phänomen ist. Denn es gibt auch gewisse Rocker, die Drogen nehmen. Das kann man nicht auf die HipHopKultur beziehen. Das ist zu extrem, finde ich.
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